Sie sehen eine Druckversion der von Ihnen gewählten Seite. Das Weglassen verschiedener Bildschirm-Elemente macht Ihren Ausdrucke übersichtlicher und kompakter.

Dorfschulgeschichte

Baubeginn

Das Gebäude des Schulhauses wurde um 1770 von der gräflichen Familie von Hundt erbaut. Am Schloss befand sich eine Brauerei, und der dazu gehörende Bierkeller befand sich im Schulberg. Für die Brauereiarbeiter diente das Haus als Wohnung.

Gründung der Schule

Über die Gründung der Schule in Unterweikertshofen gibt es ein sehr ausführliches Protokoll vom Jahre 1803, das die damaligen Schulverhältnisse und die Gründe, die zur Errichtung einer neuen Schule ausschlaggebend waren, darstellt.

Im Jahre 1803 wurde von dem damaligen Hofmarksherren zu Unterweikertshofen, Herrn Reichsgraf von Hundt einerseits, und dem Herrn Geistlichen Rat und Dechant zu Sittenbach, Herrn Franz de Paulo Gerhardinger andererseits, die Gründung einer Schule in Unterweikertshofen für notwendig und nützlich befunden.

Das Alte Schulhaus zu UnterweikertshofenZur Betreibung einer Schule war in erster Linie ein dafür geeigneter Raum und eine dazugehörige Wohnung für einen Lehrer erforderlich. Die Hofmarksherrschaft Herr Max Graf von Hundt stellte beides zur Verfügung. Das im Besitz des Grafen von Hundt stehende Schusterhaus wurde unentgeltlich zur Schulstube und Wohnung eines Lehrers umgebaut.

Kosten des Schulbetriebs

Die Mittel zum Lebensunterhalt für einen Schulmeister mussten zur damaligen Zeit von den Bewohnern des Dorfes, den "Untertanen", die als ganze Bauern, halbe Bauern, Gütler und Häusler bezeichnet waren, aufgebracht werden. Um die Abgaben an Naturalien und Geld gerecht aufzuteilen, wurde eine Aufstellung angefertigt und festgelegt, was jeder einzelne für die Schule zu entrichten hatte:

Geistlicher Rat und Pfarrer zu Sittenbach
ein halbes Schöffel Korn, ein Klafter Holz (3 Ster), Futterstroh soviel auf zweimal in seiner Stadeltenne angelegt werden konnte
Ein ganzer Bauer
jährlich 2 Metzen Korn
Ein halber Bauer
jährlich 1 Metzen Korn
Ein Gütler
jährlich ½ Metzen Korn
Ein Häusler
jährlich 12 Kreutzer oder ¼ Metzen Korn
Von der hiesigen Hofmarksherrschaft
jährlich circa 30 Gulden Zins aus einem Kapital von 1.200 Gulden,
½ Schöffel Weizen und 4 Klafter Holz, Futterstroh soviel auf zweimal in seiner Stadltenne angelegt werden konnte
Aufwendungen der Gemeinde
jährlich 1 Klafter Holz, die Benutzung des Gartens, die Benutzung von 3 Kulturanteilen auf dem Glonnmoos, wovon leichthin 2 Stück Vieh gehalten werden konnten

Die Abstimmung

Die Bewohner von Unterweikertshofen und Guggenberg wurden einzeln befragt und es musste jeder mit Unterschrift oder Handzeichen bestätigen, ob er mit der Einrichtung einer Schule einverstanden war und das Seinige dazugeben wollte. Zum Abschluss der Sache wurde am 28. August 1803 bei der Churfürstlichen Generallandesdirektion um Unterstützung und Genehmigung untertänigst gebeten.

Wir haben aus eurem Vortrag und dem hier zurückgehenden Akt mit Wohlgefallen ersehen, dass Max Graf von Hundt, Inhaber der Hofmark Weikertshofen, dort ein musterhaftes Schulhaus erbaut und dem Schulleiter einen jährlichen Unterhalt von 100 Gulden angewiesen hat. Da noch hievon 100 Gulden fehlen, so bewilligen Wir solche gerne aus der allgemeinen Schulfondkasse, wo ihr solche nach eurem Vorschlag gehörig anzuweisen habt.
München, am 15. September 1804
Max Josef, Kurfürst

Der Schulbetrieb

Die damalige Schule war einteilig (1. bis 7. Klasse in einem Schulraum) mit bis zu 75 Schülern. Nur durch außergewöhnliche Strenge und Disziplin konnte der Schulbetrieb durchgeführt werden.

In der Zeit von 1881 bis 1886 besuchte übrigens Mathias Kneißl diese Schule.

Durch das Inkrafttreten des Bayerischen Volksschulgesetzes im Jahre 1929 wurde das Präsentationsrecht (Besetzung der Lehrerstelle) der Gutsherren aufgehoben.

Die Gemeinde Unterweikertshofen wird Eigentümer

Der Eigentümer des Schulhauses, Herr Rudolf Graf von Hundt, wollte dieses samt Garten der Gemeinde kostenlos zur Verfügung stellen. Dieses Angebot lehnte der damalige Gemeinderat jedoch ab, wegen der Befürchtung, es umbauen zu müssen.

Zwischen der Gemeinde Unterweikertshofen einerseits und Herrn Rudolf Graf von Hundt andererseits wurde nun ein Mietvertrag abgeschlossen. Dieser Vertrag endete am 18. Oktober 1939 mit der Übergabe des gesamten Schulbesitzes an die Gemeinde Unterweikertshofen.

Der zweite Weltkrieg

Bis April 1945 war die Schule wegen des allgemeinen Lehrermangels und der Wirren des zu Ende gehenden Weltkrieges geschlossen. Am 4. April 1945, kurz vor Kriegsende, wurde Herr Hauptlehrer
Josef Streicher aus München beauftragt, die Schule weiterzuführen.

Nach dem Krieg

Nach Ende des 2. Weltkrieges wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. Lehrer war Herr Josef Streicher. Ab September 1946 bis Januar 1947 wurde der Unterricht hauptsächlich von sogennanten Laienlehrkräften gehalten.

Die beiden Schulen Unterweikerthofen und Walkerthofen vereinigten sich am 09. September 1963 zu einer 4-klassigen Verbandsschule.
Bis zum Jahre 1968 wurden jeweils 2 Jahrgänge hier in Unterweikertshofen unterrichtet, die übrigen 6 Jahrgänge in Walkertshofen.

Eine Ära geht zu Ende...

Mit Ende des Schuljahres 1967/68 schloss unsere gute alte Schule ihre Pforten. Der letzte Lehrer, der hier segensreich wirkte, war Herr Franz Mirwald. Seine Worte zur Schließung der Schule und zum Anfang der neuen Verbandsschule in Erdweg waren:
Die verantwortlichen Alten haben das Ihre getan, mögen die Jungen das zu würdigen wissen und die Hoffnungen, die in sie gesetzt sind, erfüllen.

Die Dorfschulgeschichte aus: „Dorf- und Familienbuch von Unterweikertshofen, Guggenberg und Langengern, von Josef Reiner, 1995, Offsetdruck Hermann Plabst“

Nutzungsänderung

Im Jahr 1989 wurde das ehemalige Klassenzimmer von der Dorfgemeinschaft zu einem Ort der Zusammenkünfte renoviert und ausgebaut, ebenso wurden Toiletten eingebaut. Der Rest des Hauses wurde von der Gemeinde Erdweg als Sozialwohnung über viele Jahre an veschiedene Familien vermietet.
Das gesamte Haus wurde 1997 in die Denkmalschutzliste aufgenommen.

Ende des Dornröschenschlafes

Seit 2003 stand das Haus leer und war dem Verfall preisgegeben. August 2007 gründete sich der Weikertshofer Schulhaus Verein e.V. mit dem Ziel, das Haus zu erhalten. Der Verein wurde Ende 2007 eingetragen und als gemeinnützig anerkannt.
Durch Gemeinderatsbeschluss vom August 2007 wurde die Nutzung des renovierten Teils befristet bis zum 30.06.2008 genehmigt.

Eingang zum Schulhaus und Dorfwirtschaft in UnterweikertshofenDer Gemeinderat Erdweg hat beschlossen, den bestehenden Pachtvertrag bis 31.12.2009 zu verlängern. Der Architekt des Landesamtes für Denkmalschutz ist mit seiner Bestandsaufnahme fertig.

Frau Rehm wird 250. Mitglied

Frau Rehm wird 250. Mitglied

Anlässlich der Jahreshauptversammlung 2010 konnten wir die 2. Bürgermeisterin der Gemeinde Erdweg Frau Eva Rehm als 250. Mitglied begrüßen.


zurück nach oben
Sie haben Interesse an einer benutzerfreundlichen, modernen Homepage? Dann wenden Sie sich doch einfach an Monika Harjung, Tel: 0151/56292372